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TV-Duell

Montag, 26. April 2010: Live-Transkript des TV-Duells von Noch-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gegen Hannelore Kraft.

Eine kleine Aufbereitung des Duells gibt es in unserem Blog.

Thema "Auftakt"
GRÜNE NRW
1

Hallo, jetzt geht's gleich los. Das Duell zwischen Rüttgers und Kraft startet in 15 Minuten. Und wir machen daraus einen Dreikampf. Hier könnt Ihr gleich alles lesen, was Kraft und Rüttgers von sich geben - und dann eben auch unsere Grüne Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann, die das Ganze aus Ihrer Sicht vor der Kamera kommentiert. Außerdem machen wir den Grünen Faktencheck.

Moderator
0

Guten Abend, herzliche willkommen zum Duell, das sie auch auf WDR 5 und im Internet verfolgen können. In genau 13 Tagen wird ein neuer Landtag gewählt und sie haben heute Abend die Gelegenheit zum direkten Vergleich. Das Rennen nach wie vor spannend, beide haben eine echte Chance, das Amt des Ministerpräsidenten zu erreichen.

Die erste Frage geht an Frau Kraft, das haben wir so verabredet. Frau Kraft, seit dem Wochenende reden alle von Griechenland: Über acht deutsche Milliarden, die dort hin fließen sollen, in ein Land, das über seine Verhältnisse gelebt hat: Rentenniveau 95 % und andere Dinge, von denen wir hier träumen. Wie erklären Sie den Menschen, die sie im Wahlkampf treffen, die alle gespürt haben, was sparen heißt, diesen Umstand?

0

Ich mache mir einmal große Sorgen um die Stabilität unserer Währung, denn die Griechen sind ja mit uns im Euro-Raum und daraus ergeben sich Handlungsnotwendigkeiten. Ich würde allerdings genauer hinschauen, wer am Ende dann die Zeche bezahlt, wenn dort Hilfen geleistet werden , denn die Banken sind mal wieder zum zweiten Mal in der Zockerei mittendrin dabei gewesen. Sie haben gut daran verdient und ich finde, wenn es Unterstützungsleistungen für Griechenland gibt, dann unter ganz harten Bedingungen, und dann müssen auch diejenigen sich daran beteiligen, die daran auch im Vorfeld verdient haben.

GRÜNE NRW
0

Wir sind nicht der Meinung, dass Griechenland in der Krise allein gelassen werden kann. Ein Staatsbankrott hätte schlimme Folgen, nicht nur für die EU, sondern gerade auch für Deutschland. Natürlich hat Griechenland seine zahlreichen Probleme zunächst selbst zu lösen. Allerdings ist die deutsche Hilfe in Form einer Bürgschaft, verknüpft mit konkreten Auflagen, der richtige Weg für Griechenland und die gesamte Europäische Union aus der Krise.

Moderator
0

Herr Rüttgers, Ihr Parteifreund, Finanzminister Schäuble, sagt, dass es eigentlich gar keine Alternative dazu gibt, Griechenland zu helfen. Ihr Koalitionspartner und FDP-Chef in NRW, A.Pinkwart, sagt: Wer Griechenland so viel Geld verspreche und den Bürgern dann sage, es sei kein Geld da, um sie zu entlasten, der lüge den Bürgern ins Gesicht. Es scheint, der Koalitionskrach ist wieder in vollem Gange, auf welcher Seite stehen Sie?

0

Ich weiss das viele viele Menschen sagen, wir wollten den Menschen nicht helfen. Das hat damit zu tun das sie nicht die richtigen Zahlen gesagt haben. Das hat damit zu tun das viele Menschen in unserem Land nicht verstehen das war ja das große Thema des Tages das Postbeamte nachher 3500 Euro Pension / Rente bekommen. Es gibt ein nationales ein eigenes Interesse das es in Griechenland nicht zum Staatsbankrott kommt. Das hat mit einer stabilen Währung mit unserem Euro zu tun. Der auch stabil bleiben muss. Das hat damit zu tun das wir keinen Staatsbankrott uns erlauben können. Das hätte weite ??? auch für uns. Das hat auch damit zu tun das es Banken bei uns gibt die 40m Milliarden Euro an Staatsanleihen in ihren Büchern haben, griechische Staatsanleihen haben, und insofern werden wir helfen aber keinen Blankocheck. das kann nicht sein, angesichts des gerade geschilderten Sachverhalts. Sonder das heist im Klartext die Zahlen müssen auf den Tisch. Die Zahlen müssen auch kontrolliert werden. Das heißt da muß ein Haushaltskontrolleur der europäischen Union nach Athen der auch in den kommenden Jahren dafür sorgt. Es muß klar sein das Geld muß zurück gezahlt werden es müssen Zinsen bezahlt werden für die Garantien für die Bürgschaften die wir dahin geben. Und ich finde es auch richtig das die Banken diese papiere in den büchern haben sich am ende auch daran beteiligen wenn Kosten entstehen.

GRÜNE NRW
0

Herr Rüttgers hat die erste Frage überhaupt nicht beantwortet: Was sagt er denn nun zu seinem Koalitionspartner FDP, der die Griechenland-Hilfe mit seinem unsäglichen und unbezahlbaren Steuersenkungswahn verbindet, der unsere Städte und Gemeinden weiter in die Pleite treibt?

Thema "Arbeit"
Moderator
0

Wir haben für diese Sendung drei große Hauptthemen vorgesehen, das erste große Thema heißt arbeiten und Geld verdienen. Frau Kraft, früher war es in Deutschland, dass ein Job Sicherheit brachte: Der Arbeitsvertrag war in der Regel nicht befristet, das Gehalt stand im Tarifvertrag und das bekam man dann dann auch. Dann kamen die Hartz-Gesetze, die SPD wollte damit mehr Jobs schaffen. Geschaffen worden ist auf jeden Fall große Unsicherheit, die Lohnspirale nach unten hat begonnen. Jetzt sagen Sie, es muss Korrekturen an den Hartz-Gesetzen geben. Bei einem Gesetzespaket, das Hunderttausende in den Niedriglohn, in die Leiharbeit getrieben hat, reichen da Korrekturen wirklich aus?

0

Die Korrekturen die wir jetzt vorgelegt haben, würden dafür ausreichen. Wichtig ist, wenn wir den Weg in die Dumpinglohn-Gesellschaft stoppen, das ist ganz entscheidend. Dazu brauchen wir das, was wir mit der CDU nicht durchsetzen konnten auf Bundesebene, nämlich einen gesetzlichen Mindestlohn. Das ist die Reißleine nach unten, die wir ganz dringend brauchen. Und wir müssen nachbessern, bei der Leih- und Zeitarbeit. Wir haben damals die Leih- und Zeitarbeit geöffnet, in Vertrauen darauf, dass Menschen die lange arbeitslos sind, sich darüber, über Leih- und Zeitarbeit, einer Firma vorstellen und dann einen ganz normalen Arbeitsvertrag bekommen können. Das war der Weg. Jetzt stellen wir fest, dass immer mehr Unternehmen Leih- und Zeitarbeit missbrauchen, indem sie ihre eigenen Beschäftigten vor die Tür setzen und sie wiederkommen lassen, wenn es ganz perfide läuft, in der eigenen Leiharbeitsfirma, die man dafür gründet, und ihnen dann ein drittel oder ein viertel weniger Lohn bezahlt. Das heißt es wird eingesetzt, als Instrument zum Lohndumping. Das darf nicht dabei bleiben. Deshalb brauchen wir hier Korrekturen ganz dringend, denn wir müssen den Weg in die Dumpinglohn-Gesellschaft stoppen. Deutschland wird nicht erfolgreich sein, wenn wir versuchen die Lohnspirale weiter nach unten zu drehen und einen Wettbewerb um billigste Löhne zu gewinnen. Wir können nur gewinnen, wenn wir am Ende des Tages besser sind, als andere.

Moderator
0

Frau Kraft, Meine Frage war: "Reichen nur Korrekturen aus?" Sie sagen, wir brauchen den Mindestlohn, die SPD hat erst mit Wolfgang Clement gezielt den Niedriglohnsektor geschaffen, und jetzt soll der Mindestlohn helfen. Das ist so ein bisschen wie "erst Feuer legen und dann löschen"

0

Nein, der Mindestlohn ist ja schon lange unser Programm und Korrekturen reichen aus, wenn sie zielgerichtet sind und gradlinig erfolgen, wie wir es vorgeschlagen haben. Für uns ist ganz entscheidend, dass diese Richtung nicht weiter eingeschlagen werden kann und für uns ist auch wichtig, dass es nicht zu immer mehr befristeten Arbeitsverhältnissen kommt, die dann auch noch aneinander gereiht werden können, wie das jetzt CDU und FDP in Berlin in ihrem Koalitionsvertrag geschrieben haben. Dann würde der Weg in diese Dumpinglohngesellschaft in immer mehr befristete Arbeitsverhältnisse, noch weiter beschritten und das nicht gut für den Standort, denn ich sagte, wir müssen besser sein. Und besser können wir nur sein, wenn wir kreativer und innovativer sind und kreativer und innovativer sind nicht die, die immer nur von einem Praktikum ins nächste gehen, oder von einem befristeten Arbeitsverhältnis ins nächste, die haben nicht den Rücken frei, um ihre Fähigkeiten zu entfalten

Moderator
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Herr Rüttgers, Sie sagen, Sie leben gut mit dem Titel des Arbeiterführers und Sie seien der Garant dafür, dass es in Deutschland sozial zugeht. Allein in NRW gibt es 1,5 Mio Niedriglöhner und es müssen Hunderttausende zu ihrem Lohn Hartz IV beantragen. Ist das Ihre Vorstellung von sozial gerecht?

0

Es darf keine sittenwidrigen Löhne, weder in NRW noch in Deutschland geben. Und wer den ganzen Tag arbeitet der muß auch davon, was er da verdient, seine Familie ernähren können. Als ich vor 4 5 Jahren angefangen habe und die Grundrevision von Hartz IV gefordert habe, die den Einstieg in den Niedriglohnsektor damals beinhaltet hat. Frau Kraft hat ja gerade gesagt das das in der Regierungszeit von rot-grün beschlossen worden ist. Da stand ich ganz alleine, da bin ich beschimpft worden, da hat Herr Müntefering Angela Merkel aufgefordert sie möge mich zur Räson bringen - nun hätte das ja - das hat sie nicht getan hätte auch nix genützt. Aber es zeigt da gibt es noch einiges an Handlungsbedarf. Ich glaube nicht das es richtig ist einen gesetzlichen Mindestlohn zu machen. Ich möchte gerne die Tarifautonomie stärken. Wenn die Politik die Löhne festlegt, dann werden wir in Zukunft in jedem Wahlkampf die Forderung nach der Erhöhung der Mindestlöhne haben. Ich möchte gerne das wir tarifliche Mindestlöhne haben und wir in NRW, die Landesregierung, hat ja in den letzen 5 Jahren auch entsprechene Allgemeinverbindlichkeits-Erklärungen erteilt. Was im Klartext heißt die Tarifparteien entscheiden wie der niedrigste Lohn aussieht. Und sie beantragen dann eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung und dann gilt das für alle Betriebe. Das ist ein vernünftiger Weg der die Tarifautonomie nicht aushöhlt, der die Gewerkschaften nicht schwächt und dafür sorgt das Menschen von ihrer Arbeit leben können. Es gibt noch ein paar Sachen wo wir im Bereich von HartzIV, zu dem was jetzt gerade im Moment in Arbeit ist, so in etwa eine Erhöhung des Schonvermögens für diejenigen die arbeitslos sind und etwas fürs Alter zurückgelegt haben, noch brauchen. ich glaube wir brauchen bessere Hinzuverdienst Möglichkeiten und die Brücke von hartzIV in den ersten Arbeitsmarkt zukommen und wir brauchen eine bessere Förderung in den Jobcentern für diejenigen die arbeitslos sind.

Moderator
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Herr Rüttgers, Sie gehören zu denen, die die Lohnspirale nach unten mit angeschoben haben. Vor fünf Jahren haben Sie auch hier an diesem Tisch gestanden und haben gesagt, ich will die Arbeitskosten senken, indem wir für den gleichen Lohn mehr arbeiten müssen. Sie sind auch ein Vater dieser Entwicklung!

0

Wir haben damals eine große Debatte über die Frage gehabt, wie bleiben wir international wettbewerbsfähig? Wir haben jetzt gesehen: Wir sind international wettbewerbsfähig. Und wir haben damals - und das habe ich auch schon vor der letzten Landtagswahl gesagt - die Frage diskutiert: Brauchen wir Veränderungen bei Hartz IV? ich habe gerade darüber gesprochen, ich hab's gerade erläutert. Ich bin froh, dass ich auch gegen den Widerstand der SPD vieles durchsetzen konnte und es gibt noch einiges zu tun.

GRÜNE NRW
0

Oh, da kam er erst einmal kurz ins Stocken. Er verschweigt dann mal wieder, dass seine CDU die Hartz-IV-Gesetze über den Bundesrat verschärft hat. Und als einsamer Kämpfer für soziale Gerechtigkeit taugt er überhaupt nicht - schließlich hat er hier in NRW die soziale Spaltung verschärft - zusammen mit der marktradikalen "Privat-vor-Staat"-FDP. Auf der Bundesebene schön reden, aber hier das Gegenteil machen.

Frauenhäuser, Drogenhilfe, Arbeitslosenzentren - überall gekürzt.

Moderator
0

Frau Kraft, die SPD vergrößert den Niedriglohnsektor und fordert dann einen gesetzlichen Mindestlohn. Wie passt das eigentlich zusammen?

0

Ich habe ja erläutert, dass wir das mit gutem Willen getan haben, die Effekte, die dann eingetreten sind, die haben wir nicht gewollt und deshalb muss man jetzt ein klares Stopp-Signal setzen. Das Stoppsignal geht nicht zu setzen ausschließlich über Tariflöhne, denn wir haben leider viele Bereiche in der Wirtschaft, die nicht mehr tarifgebunden sind und sittenwiedrige Löhne reichen nicht aus weil wir dann 30 % unter dem Tariflohn sind. Da sind wir bei Löhnen von zum Teil von knapp drei, vier Euro. Das ist nichts woon ein mensch von seiner Hände Arbeit seine Familie und sich ernähren kann , das darf so nicht bleiben, deshalb brauchen wir einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. und wir wollen den keinesfalls von der Politik her betimmen, sondern wir wollen das so organisieren wie das auch in Großbritannien läuft. Dort gibt es eine Kommission die darüber entscheidet, denn in der Tat , es wäre falsch, dass man jeweils vor den Wahlen dann wieder an diesen Lohn herangehen möchte. Aber ich würde gerne noch zu zwei Punkten noch was sagen, zum Schonvermögen: Herr Ministerpräsident Rüttgers, Sie haben ja damals diese Forderung mit aufgestellt, wir haben sie eingebracht und die CDU hat sie in der letzten Regierug nicht mitgemacht. Das war ein Riesenproblem für uns, wir wollten das gerne durchsetzen schon in der großen Koalition in Berlin. Und die Hinzuverdienstgrenzen anzuheben, Sie wissen doch was das bedeutet: Das bedeutet, dass es dann so kommt, dass ein regulärer Arbeitsplatz verdrängt wird, denn ein Unternehmen wird dann in erster Linie Hartz IV Bezieher beschäftigen, ihnen einen 400 Euro Job geben. Heute dürfen Sie davon nur 120 behalten, dann dürften sie vielleicht 400 behalten, das wäre das Ende der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, der Anfang vom Ender der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen in Deutschland.

0

Also wenn wir beim Schonvermögen einer Meinung sind dann sollten wir dies schon mal festhalten. Dann können wir dies ja beschliessen - dann können wir dies ja beschliessen - das war in den letzten tagen der legislaturperiode bekommen wir aber kein Gesetzgebungsverfahren mehr durch - aber darauf kommts auch nircht drauf an. Und die andere Frage finde ich die versteh ich einfach nicht. ich versteh nicht das ein Mensch der im Niedriglohnbereich ist der HartzIV bekommt. Warum der arbeiten soll, nach der Gesetzbegung und bekommt dann 80 Prozent des Lohns den er dazuverdient weggenommen und dann soll er motiviert sein zu arbeiten. Das kann doch nicht sein. Das heißt wir brauchen eine Regelung die gerade diejenigen die jetzt arbeiten wollen - und das sind doch die meisten - auch motiviert die Arbeit aufzunehmen. Und das man das doch kontrollieren kann. Das man das doch kontrollieren kann das es da doch keine Verdrängungeffekte gibt - das passiert doch bei jeder Sache in dirsem Umfeld das machen Jobcenter - das machen die entsprechenden zuständigen Stellen. Ich glaube nicht das sie damit Recht haben Frau Kraft

GRÜNE NRW
0

Kraft und Rüttgers einer Meinung beim Schonvermögen - nehmen sie da schon Kurs auf die Große Koalition?

Moderator
0

Frau Kraft, direkt dazu...

0

Ich weiß nicht, wie Sie das kontrollieren wollen. Ich habe ja nun 11 Jahre lang Unternehmen beraten und ich sage Ihnen, die werden die Möglichkeiten nutzen. Se werden statt jemanden ganz normal anzustellen, sich einen Hartz IV Bezieher holen, dem einen 400 Euro Job geben, und dann haben beiden Seiten vermeidlich etwas Gutes davon, aber das Ende unserer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen wäre damit eingeläutet. Und das können Sie doch nicht verhindern oder wollen Sie bei jedem Hartz IV Bezieher dann schauen, wo er denn arbeitet und mit dem Unternehmen reden. Ich kann mit das praktisch nicht vorstellen.

0

Ich hoffe sie haben sie nicht dahingehend beraten das sie so etwas machen.

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Das würde ich nicht tun, wie Sie meine politische Ausrichtung kennen.

0

Weil Sie - es hörte sich gerade so an. Also, natürlich kann man das. Man weiss doch ob das Leute sind die eine zusätzliche Arbeit aufnehmen. Man weiss doch welche Bedingungen vorher sind. Wir sind uns doch wahrscheinlich einig das es nicht richtig ist das wir noch fordern das Leute entlassen werden und in eigenen Zeitarbeitsgesellschaften zurück eingestellt werden. Das fällt für mich unter Sittenwirdigkeit.

Moderator
0

Was, Herr Rüttgers, zum Beispiel unter dem Schirm des Landes NRW passiert: Wir haben vor einigen Wochen im WDR darüber berichtet. Das, was bei Schlecker kritisiert worden ist, Uniklinikum Essen, eine öffentliche Anstalt des Landes NRW. Krankentransportfahrer, andere Berufe: Fest angestellt, entlassen und in der eigenen Leiharbeitstochter wieder eingestellt. Für sechs Euro weniger, zehn Euro weniger die Stunde. Sie beide beklagen das gleichermaßen. Aber das passiert in einem Land, das Sie regieren!

0

Aber sie haben doch sicherlich Herr Schöneborn auch darüber berichtet das die Landesregierung das der Arbeitsminister Karl Josef Laumann in der Frage interveniert hat und es als inaktzeptabel bezeichnet hat und das da entsprchende Schritte eingeleitet worden sind.

Moderator
0

Noch wird es bezahlt, Herr Laumann hat das in unserer Sendung gesagt. (Rüttgers redet dazwischen). Es scheint ein Gesetz zu sein, das dieses Schlupfloch zulässt.

Sie haben es gesagt, Herr Rüttgers. (Rüttgers erneut dazwischen).

Diese Auswüchse sind nicht illegal, aber sie sind natürlich nicht dazu geeignet, dass es als gerecht empfunden wird. Frau Kraft, was würden Sie denn tun, wenn Sie es ändern könnten?

0

Ich glaube wir können diese Idiotie – so nenne ich das immer – des Aufstockerdaseins nicht länger dulden. Mir hat noch niemand erklären können, was daran vernünftig sein soll, dass Schlecker beispielsweise, um bei dem Feld zu bleiben, dass Schlecker jemanden beschäftigt für drei, vier Euro und dann gleichzeitig der Personalchef sagt, wenn dann die Verkäuferin ganz erschrocken schaut, ja den Rest holen Se sich dann beim Amt als Aufstocker. Dann zahlen alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler dieses zusätzliche Geld, und damit indirekt die Gewinne dieses Unternehmens und dieses Unternehmen drängt andere vom Markt, die vernünftige Löhne zahlen. Dabei darf es nicht bleiben, dass ist wesentlicher Bestandteil unserer Arbeitsmarktpolitik .

Moderator
0

Sie fordern auch für Leiharbeiter "gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Macht das Leiharbeiter für Unternehmen nicht unattraktiv? Ist es nicht besser, eine Arbeit zu haben?

0

Das Instrument der Leiharbeit ist ja dazu da, Auftragsspitzen abzudecken, dafür ist es übrigens auch vernünftig, ich bin nicht gegen Leih- und Zeitarbeit, sondern ich bin nur dagegen, dass es zum Lohndumping benutzt wird, das ist der große Unterschied.

Moderator
0

Frau Kraft, es gibt ein anderes Thema, das die Menschen in den letzten Jahren aufgebracht hat, das ist die Rente mit 67. Beschlossen von SPD, Arbeitsminister Müntefering und der CDU/CSU in der Berliner Regierung. In diesem Jahr, so steht es im Gesetz, soll überprüft werden, ob es bei der Regelung bleibt. Viele SPD-Wähler wünschen sich, dass sie gekippt wird, Sie auch?

0

Wir haben ja zwei Dinge vereinbart als wir das Gesetz beschlossen haben. Das eine ist die Überprüfungsklausel, das heißt dieses Jahr ist darzulegen – und ich bin gespannt darauf , wann die Bundesregierung das tun wird, ob es überhaupt genug Arbeitsplätze für Ältere gibt, auf die wir dann die Rente mit 67 aufbauen können. Und das zweite ist, dass wir gleichzeitig beschlossen haben, dass es flexible Übergänge geben muss, für diejenigen, die es körperlich beispielsweise nicht schaffen, bis 67 zu arbeiten. Daran muss man jetzt detailliert arbeiten, es muss konkretisiert werden. Wir sind in der SPD dabei, unsere Position hier zu überarbeiten und werden dazu im Herbst unsere Beschlüsse fassen.

Moderator
0

Sie in der SPD überarbeiten. Sie, Hannelore Kraft, waren viel unterwegs in den letzten Wochen, Sie sind richtig in Arbeitnehmerrollen reingeschlüpft. Sie haben mit vielen Menschen gesprochen und ich würde mich wundern, wenn Sie sich nicht persönlich schon eine Meinung gebildet hätten.

0

Nein, ich habe ja ne Meinung dazu, ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die es nicht schaffen können bis 67, aber ich habe immer dazu gesagt, wir werden das mit flexiblen Übergängen hinbekommen und die haben wir damals auch versprochen und beschlossen.

Moderator
0

Herr Rüttgers, Ihre Parteifreundin, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, hat ausgesprochen, dass sie keine Ausnahmen der Rente mit 67 möchte: Dachdecker, Bäcker, die könnten dann ja auch im Büro bis 67 arbeiten. Ist das auch Ihre Position?

0

Ich glaube es ist richtig, dass wir bei der Regelung bleiben. Sie hat sich bewährt - die ist ja auch noch gar nicht ganz eingeführt, sondern das geht ja jeweils immer in Abständen, Jahr für Jahr, ein Stück dafür, ein Monat dazu. Und wir haben ja auch in Nordrhein-Westfalen, Stichwort Arbeitsplätze, große Erfolge gehabt. Wir haben heute 235.000 Arbeitslose weniger als vor fünf Jahren. Wir haben 200.000 zusätzliche, gute, sozialversichungspflichtige Arbeitsplätze mehr. Und je mehr es uns gelingt mehr Arbeitsplätze zu haben, desto mehr Möglichkeiten bestehen ja auch in den Betrieben, dass man dann flexible Einsatzorte für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer findet. Und ich glaube das ist auch ein Punkt, der bedacht werden muss. Es gibt die Überprüfung im Laufe des Jahres und die wird natürlich dann auch zu solchen Fragen Antworten geben.

GRÜNE NRW
0

Rüttgers setzt sich mal wieder bei der Rente mit 67 ab von der Bundesregierung - aber in Handlungen zeigt sich das nicht. Am Ende verweist er doch wieder auf Prüfungen, die bis Ende des Jahres laufen. Dazwischen redet er über die Arbeitsplätze, die Schwarz-Gelb geschaffen haben will. Es ist aber leider so, dass die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in 12 Bundesländern positiver verlaufen ist. NRW hinkt also sogar der Entwicklung hinterher. Und Rüttgers und Pinkwart wollten NRW an die Spitze bringen.

Moderator
0

Herr Rüttgers, kommen wir von den Alten zu den ganz Jungen: Stichwort Kinderbetreuung. NRW steht da in der Tabelle der Bundesländer im unteren Drittel. Warum haben wir immer noch zu wenig Plätze, selbst wenn viele Experten zugestehen, dass Ihre Regierung viele geschaffen hat?

0

Ja aber wir haben auf einem ganz ganz niedrigen Stand angefangen haben 11.800 Plätze hatten wir für kinder unter drei Jahre als ich Ministerpräsident wurde. Wir sind einen riesen Schritt vorangekommen, wir haben jetzt 90.000, Ende des Jahres 100.000. Da werden wir noch einiges dran tun müssen. Was für mich Herr Schönenborn unglaublich erfreulich ist - das durch dieses Gesetz nicht nur dies Plätze für die Kinder geschaffen worden sind sondern insgesamt auch fast 10.000 zusätzliche Stellen für Kindergärtnerinnen. Das heisst die Qualität der ...

GRÜNE NRW
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Herr Rüttgers redet nur über die Quantität der U3-Plätze, nicht über die Qualität. Die ist dank des so genannten KiBiz von Schwarz-Gelb massiv verschlechtert worden: weniger Zeit für jedes einzelne Kind, kürzer Öffnungszeiten, mehr Bürokratie, U3-Ausbau gedeckelt, Familienzentren unterfinanziert, Erzieherinnen die Nerven geraubt. Und auch sonst gilt: Schwarz-Gelb kürzt bei den Kurzen. 180 MIllionen Euro für Kinderförderung weg, kostenloses Schulessen für Hartz-IV-Kinder abgelehnt. Landesweit einheitliche Kindergartenbeiträge abgeschafft und - zurück zum Anfang kommend - NRW bleibt bei der Betreuung der Kleinsten (U3) bundesweit Schlusslicht.

Moderator
0

Legen Sie noch ne Schippe drauf, die nächsten fünf Jahre?

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... Na selbstverständlich. Das muß weitergehen. Wissen sie vor allen Dingen wenn man mal - und ich hab dies in den letzten Wochen sehr intensiv getan - mit Alleinerziehenden redet. Ich war in mehreren Häusern wo Alleinerziehende betreut werden und wenn die einem erzählen was für Probleme sie haben: Die können sich nicht einfach irgendwo einen Wohnung nehmen. Die können nicht irgendeine Stelle annehmen. Die müssen zuerst einen Betreuungsplatz finden das früher mal so wie 6 Richtige im Lotto mit Zusatzzahl. Und dann immer die Angst - wo ist mein Kind, wenn der Bus nicht kommt. Oder wenn ich noch länger arbeiten muß - alles das zeigt ja, das wir viel zu spät angefangen haben in dem Bereich zu investieren. Jetzt sind wir einen risen Schritt voran gekommen. Der nächste große Schritt muß folgen.

Moderator
0

Frau Kraft, es gibt derzeit nicht mal genug Geld, um genügend Kita-Plätze zu schaffen, die man eigentlich bräuchte. Sie wollen sie auch noch kostenlos stellen, wie soll das gehen?

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Bei den Kita-Plätzen hat ja dankenswerterweise der Bund geholfen, der größte Teil der Finanzierung kommt von der Bundesebene, das ist auch gut so und wir müssen da weiter vorankommen, wir brauchen eine bedarfsdeckende Abdeckung mit Kita Plätzen, das ist erstmal vordringlich und wichtig. Aber dann muss man auch sehen: Es kommt auch auf Qualität an und in den Kitas muss aus meiner Sicht Bildung stattfinden. Kinderbildungsgesetz steht im Moment drüber, aber viel Bildung ist nicht drin. Das heißt wir müssen auch ander Qualität arbeiten. Und als drittes ist dann wichtig, dass wir im Bildungssystem keine Hürden mehr haben und finanzielle Gebühren sind Hürden im Bildungssystem und die wollen wir wegschaffen von der Kita bis zur Universität.

Moderator
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Aber gerade im Kindergartenbereich ist es doch so, dass vermögendere Eltern mehr bezahlen, Höchstsatz ab 60.000 Euro Einkommen im Jahr und dass Familien mit geringem oder gar keinem Einkommen kostenfrei gestellt sind. Wen entlasten Sie da?

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Das Problem ist wie immer beider Mittelschicht, bei denjenigen, die mittlere Einkommen haben, und noch mal, wir müssen sicherstellen, ass alle Kinder auch in der Kita sind, denn sonst Bildung dort stattfinden zu lassen wäre ja nicht der richtige Weg. Wir müssen alle dort haben und das heißt: Kita gebührenfrei. Das geht - Schritt für Schritt. Wir zeigen in jedem Haushaltsjahr: das letzte Kindergartenjahr hätten wir schon die letzten fünf Jahre kostenfrei stellen können. Das haben wir durch Umschichtung im Haushalt, durch Gegenfinanzierung eindeutig auch dargestellt. Das ist ein wichtiger Schritt, denn Gebühren sind Hürden und Hürden können wir nicht gebrauchen. Wir brauchen mehr junge Menschen mit besseren Bildungschancen und das ist für mich ganz zentral.

Moderator
0

Ich muss doch noch mal nachhaken: Tun Sie nicht das Gleiche, was SIe der FDP bei der Steuerreform vorwerfen: Diejenigen, die 60-70-80.000 Euro verdienen, freuen sich, diejenigen, die 20.000 Euro verdienen haben nix davon. Die zahlen eh nix.

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Nein, das Problem liegt ja darin, dass wir imme rnoch keine volle Abdeckung mit KITA-Plätzen haben. Wir haben aber die Situation, dass viele Migranten-Kinder beispielsweise nicht in den KITAs sind. Wir brauchen dies dringend, damit dort Bildung beginnen kann, auch Sprachförderung beginnen kann - das ist ein ganz zentraler Punkt, um auch später im Bildungssystem Chancen überhaupt wahrnehmen zu können. Deshalb ist das ein ganz, ganz wichtiger Punkt an dem man nicht vorbeigehen darf.

Moderator
0

Unser zweites großes Thema heißt Schule...

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Ich möchte gern noch einen Satz bitte sagen, einfach nur drauf hinweisen. Der Satz, liebe Frau Kraft, da findet keine Bildung statt in unseren Kindergärten, den find ich einen Angriff auf die Kindergärtnerinnen, das find ich nicht okay. Wir haben...

0

Naja, die Bildungsvereinbarung läuft ja nicht weiter, Herr Rüttgers!

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darf ich...darf ich...freundlicherweise einfach so...wir haben, fangen wir mit den Sprachtest für die Kinder mit vier Jahren, die bekommen im Anschluss dran, bekommen die, wenn sie nicht altersgemäß Deutsch sprechen, bekommen die Sprachkurse. Das ist doch Bildung, mitten im Kindergarten. Das ist ein riesen Schritt weiter, das muss weiter ausgebaut werden. Wir haben gerade vor ein paar Wochen noch vorgelegt einen Plan für den Bildungsweg zwischen Kindergarten und Grundschule. Das heißt, das baut in Zukunft aufeinander auf. All das hats nicht gegeben als Sie noch die Verantwortung getragen haben. Das man das nicht von jetzt auf gleich umsetzen kann, das weiß ich auch!

GRÜNE NRW
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Sylvias Statement zum Thema "Arbeit":

Thema "Bildung"
Moderator
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Sie haben uns geholfen, weil wir nämlich mitten im zweiten Themenkomplex drin sind, in der Bildung. Ich habe verstanden, Sprachförderung wollen beide. Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, wie gut sie schon realisiert wird. Sprechen wir über die Schulen, Frau Kraft: Sie wollen Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien in einer Gemeinschaftsschule zusammenfassen. Viele fürchten sich vor solchen Riesenschulen. Wie soll das gehen, kommen als Erstes die Baufirmen und kriegen lukrative Aufträge um neue Schulen zu bauen? Oder muss man, wie früher in Niedersachsen, Lehrer/Schüler jedes Schuljahr umziehen? Viele haben Sorge vor diesen Riesenschulen.

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Nein, das wird gar keine Riesenschule werden, man kann sich die Gemeinschaftsschulen ja zum Beispiel in Schleswig-Holstein ja schon anschauen, da hat ja der CDU Ministerpräsident auch Gemeinschaftsschulen mit eingeführt. Nein was wir wollen ist, dass diese Chancenungerechtigkeit im Bildungssystem beiseite geschafft wird. Wir haben ein Schulsystem, das gekennzeichnet ist davon, dass die Kinder mit 10 Jahren einsortiert werden in Schubladen, aus denen sie dann – das zeigen uns die Statistiken – überhaupt nicht mehr herauskommen. Und das Schlimme ist, das jetzt, seit CDU und FDP es so entschieden haben, nicht mal mehr die Eltern darüber entscheiden, auf welche weiterführende Schule das Kind gehen kann, sondern das machen die Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer, die das selbst gar nicht wollen. Dann sitzen die Kinder in diesen Schubladen und kommen nicht mehr raus. Auf neun Absteiger im nordrhein-westfälischen Schulsystem kommt nur einer, der den Aufstieg schafft, das heißt Aufstieg durch Bildung ist faktisch nicht mehr möglich. Im letzten Jahr haben landesweit nur 614 Schülerinnen und Schüler von der Realschule den Überstieg auf s Gymnasium gemacht.

Moderator
0

Da muss ich einhaken: Das sind nur die ohne Klasse 10, nicht? Da kommen noch mal 8000 Realschüler zu, die nach Klasse 10 ins Gymnasium gegangen sind. (Rüttgers dazwischen).

0

Nein, das ist der direkte Übergang der eigentlich vorgesehen ist, das sind nur 617 , (Rüttgers: "Das sind mehr") das heißt hier brauchen wir dringend mehr Durchlässigkeit in unserem Schulsystem und deshalb möchten wir gerne, dass länger gemeinsam gelernt wird. Das frühe Aufteilen – sagen uns alle Fachleute – macht überhaupt keinen Sinn, wir wollen, dass die Kinder länger zusammen bleiben. In Hamburg macht man dafür sechs Jahre Grundschule jetzt , oder in Berlin, das würde bei uns in den Kommunen sehr teuer werden, deshalb haben wir uns entschieden für das Modell der Gemeinschaftsschulen, da bleiben die Kinder in der fünften und sechsten Klasse noch zusammen und vor Ort wird dann darüber entschieden, wie es weitergeht. Ob gemeinsam, so wie heute bei einer Gesamtschule oder auch unterschieden in Hauptschul-, Realschul- und gymnasiale Klassen aber unter einem Dach, damit ich die Übergänge besser organisieren kann. Und das sichert dann auch noch eine wohnortnahe Schulversorgung, denn die ist ja in weiten Teilen des Landes so in Gefahr, dass selbst CDU Bürgermeister ganz gerne Gemeinschaftsschulen aufmachen würden.

Moderator
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Herr Rüttgers, Sie möchten festhalten an einem dreigliedrigen Schulsystem, obwohl internationale Bildungsexperten ja dessen mangelnde Durchlässigkeit kritisieren und sagen, dass gerade Deutschland und auch NRW die Abhängigkeit vom sozialen Niveau der Eltern wichtiger für den Bildungserfolg ist als alles Andere. Warum wollen Sie daran festhalten?

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Mir geht es darum das wir die Schulen von innen erneuern. Da sind wir auch Stück weiter gekommen. Ich will das Jeder individuell gefördert wird. Das jedes Kind eine Chance zum Sozialenaufstieg bekommen. Frau Kraft hat ja gerade noch mal bestätigt das ihr Konzept darauf beruht das die Gymnasien werden. Das die Realschulen aufgelöst werden das die Hauptschulen aufglöst werden und das die Gesamtschulen aufglöst werden und alle dann in einer Schule sind. Die Konsequenz - ist zum Beispiel ein freiräumen des ländliche Raumes und vieler vieler Stadtteile von den Schulen. Wenn sie Schulen haben mit mindestens 1000 Schülern - dann ist die kleine Schule im Ortsteil, Herr Schöneborn, nicht mehr da. Das ist die unmittelbare Konsequenz wenn sie eine solche Schule machen.
Ich bin der Auffassung das wir diese Debatte - die wir seit 30 Jahren diskutieren, ohne das wir weiterkommen - da gibt es unterschiedliche Auffasungen. Ich kenne keine Studie, keine Studie, empirisch belegt, die sagt das integrierte Schulen besser funktionieren als eine gegliederte Schule. Aber wenn das aber so ist, dann warne ich davor wenn wir mit einem Schulkrieg beginnen in NRW. ich will diesen Schulkrieg nicht. Man muß ja nur nach Hamburg schauen welche Debatten da sind. Das führt zum Schluß zu einer Entsolidarisierung der Gesellschaft. Weil dann Diejenigen die es sich leisten können sich sofort Privatschulen gründen. In Hamburg jetzt schon zu sehen. Ihre Kinde dahin schicken und die anderen sind dann auf der Einheitsschule. Ich glaube das es ganz wichtig ist das wir die Schule von innen ausbauen. Deshalb haben wir 8000 zusätzliche Stellen geschaffen an Lehrerinnen und Lehrern. Wir haben den geringsten Unterrichtsausfall, halbiert haben wir das ganze, Frau Kraft wollte in ihrer Zeit 16.000 Lehrerstellen abbauen. Ich glaube der Weg des Ausbaus von innen ist der richtige. Ich bin da für Bildungsvielfalt und gegen die Einheitsschule.

GRÜNE NRW
0

Rüttgers und seine Koalition haben also die Schulen von innen verändert. Stimmt: Schwarz-Gelb peitscht Turboabitur unvorbereitet und planlos durch, Nachmittagsunterricht ohne Mittagessen, Kopfnotenwahn, ideologisches Festhalten am überholten gegliederten, selektiven Schulsystem, Durchlässigkeit der Schulformen blockiert, Erlassflut an den Schulen. Auf all dieseVeränderungen von innen, hätten alle Beteiligten an den Schulen gerne verzichtet.

Moderator
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Sie sagen, Sie wollen einen "Schulkrieg" verhindern. Gleichzeitig munitionieren Sie aber Ihre Ortverbände jetzt im Wahlkampf mit Plakaten, Flyern und Handzetteln, wo drauf steht "diese Schule wird geschlossen, wenn Rot-Rot regiert". Ist das keine Kriegserklärung?

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Das ist richtig, ich habe im Landtag dafür geworben, dass wir das Thema jetzt nicht anpacken, Schulstrukturreform. Frau Kraft hat sich anders entschieden, die Linkspartei hat sich anders entschieden, die Grünen haben sich anders entschieden, ja dann muss man doch im Landtagswahlkampf darüber diskutieren. Da können wir doch nicht sagen, also wir sagen nicht, was wir wollen und welche Konsequenzen die Pläne von Frau Kraft, der Linkspartei und der Grünen haben.

Moderator
0

Was sollen denn Schüler denken, wenn sie das lesen, wenn sie zur Schule gehen?

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Ja, sie werden wahrscheinlich ihre Eltern und ihre Lehrer fragen und die werden ihnen dann sagen, jawoll die Konsequenz der Einheitsschulen ist, dass die bestehenden Schulen aufgelöst werden.

GRÜNE NRW
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Nochmal: Niemand will Schulen abschaffen, schließen oder abreißen! Wir wollen eine Gemeinschaftsschule schaffen, wo unter einem Dach alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Nur so ist es sinnvoll möglich, individuell zu fördern. Nur so kann ein Kind in Mathe die Gymnasialklasse besuchen, während es in Deutsch vielleicht nur für Realschulniveau reicht. Das ist die Schule der Zukunft, so führt man Kinder und Jugendliche zum für die bestmöglichen Schulabschluss.

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Interessant ist ja dabei, dass diese ganzen Plakate im Land an nur sehr wenigen Stellen bisher stehen, weil offensichtlich die Eltern, Schüler und Lehrer das auch gar nicht wollen, und wo sie stehen, da gibt es sehr große Proteste. Denn längst ist doch fast allen Beteiligten klar, dass längeres gemeinsames Lernen der Schlüssel dazu ist, dass mehr Kinder bessere Schulabschlüsse schaffen und das brauchen wir – auch für unsere Wirtschaft. Wenn wir dabei bleiben, dass wir knapp 20 % eines Jahrgangs verlieren, die keinen Schulabschluss machen und oder keine Ausbildung, dann laufen wir nicht nur wirtschaftspolitisch in eine Katastrophe, sondern auch sozialpolitisch. Und die 8000 Stellen, da würde ich gerne noch drauf eingehen: Sie haben ja richtigerweise und netterweise diesmal gesagt 8000 Stellen, das ist ja auch richtig, aber dann sagen Sie bitte auch dazu, dass tausende dieser Stellen nicht besetzt sind, denn das können wir anhand Ihrer Statistiken nachweisen.

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Das sind nicht tau ... entschuldigung, dass muss ich jetzt doch bitte klarstellen...das sind nicht tausende, und wissen Sie, mir ist eine, mir ist eine Situation lieber, Frau Kraft, wo es genügend Stellen gibt, und man kann Lehrerinnen und Lehrer einstellen, als wie bei ihnen, wo Lehrerinnen und Lehrer nach den Sommerferien eingestellt wurden und vor den nächsten Sommerferien entlassen wurden und zwischendurch arbeitslos waren. Und dann vielleicht noch eine Korrektur, Frau Kraft, ich weiß nicht, warum Sie immer falsche Zahlen nennen. Wir haben sechs Prozent der Kinder, die ohne Schulabschluss sind. Das ist die konkrete Situation und es gibt 14 Prozent, die ohne einen Berufsabschluss sind, das ist aber was Anderes, und erwecken Sie doch bitte nicht den Eindruck, als ob unsere Schulen so schlecht wären, dass da soviel 20% da nachher keine Chance bekommen...

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Ich habe nicht gesagt, dass das Schulabgänger sind, das habe ich nicht gesagt.

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Sie haben... Sie haben um 20% - 6,4 % ist die exakte Zahl ohne Schulabschluss. Das sind immer noch zuviele und da müssen wir auch weiter dran arbeiten. und ich bin Froh, dass wir jetzt soweit sind, dass die Anzahl der Sitzenbleiber auf dem niedrigsten Niveau ist, den wir je gehabt haben. Ich finde das ist mindestens ein Fortschritt und nicht Stillstand wie damals, als sie noch die Verantwortung hatten.

GRÜNE NRW
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Um mal die Fakten festzuhalten, die Rüttgers da gerade bezweifelt: Es geht genau um die 20 Prozent, die Frau Kraft genannt hat. Das heißt offiziell "Risikogruppe", in der PISA-Studie festgestellt. Es sind genau die Kinder und Jugendliche ohne Schul- und/oder Berufsabschluss.

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Ich habe von knapp 20% gesprochen - das ist mir wichtig - die keinen Schulabschluss und/oder keine Ausbildung haben. Und diese Zahl ist korrekt und wenn sie sagen, die Stellen sind zum Teil nicht besetzt - das Problem ist: Stellen geben keinen Unterricht. Und das spüren die Eltern, das spüren die Kinder und auch die Lehrerinnen und Lehrer.

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Entschuldigung, bitte nein! Diese Zahl ist nicht korrekt! Diese Zahl kombiniert Schule plus Ausbildung - sind 14%!

Moderator
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Sechs plus 14... Frau Kraft, sie haben gesagt, es gibt auch Probleme wo diese Plakate stehen. Es gibt auch Proteste, es gibt auch Aktionsbündnisse von Eltern und Lehrern gegen Ihre Pläne einer Gemeinschaftsschule. Ich habe den Eindruck, wo immer Schulpolitik gemacht wird, gibt es solche Proteste. Können Sie das durchziehen gegen einen massiven Elternwillen, wenn er sich irgendwo dagegen richtet?

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Unser Ziel ist die Gemeinschaftsschule und wir werden das als Prozess organisieren, wir werden die Eltern, die Schüler und auch die Lehrerinnen und Lehrer in diesen Prozess mitnehmen. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass das erfolgreich gelingen kann nach der Wahl, wenn die politische Seite vielleicht wieder ein bischen zur Ruhe kommt, und dann doch einsieht, dass man einen Zukunftsweg für dieses Land beschreiten muss, was dazu führt, dass wir in der Bildung ein gerechteres Bildungssystem bekommen, in dem mehr Kinder bessere Abschlüsse machen.

Moderator
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Können Sie denn ausschließen, dass Gymnasien geschlossen werden?

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Es geht nicht um die Schließung von Gymnasien – ich habe ja das Modell vorhin erläutert, es wird auch in unserem Modell weiterhin gymnasiale Klassen geben. Der Punkt ist nur, unter einem Dach kann ich die Übergänge besser organisieren. Warum soll den ein Schüler, der in einem Fach besonders schlecht ist, nicht in den anderen Fächern auf dem gymnasialen Niveau sich weiterentwickeln können und in dem einem Fach dann in die Realschulklasse oder in die Hauptschulklasse gehen. Das kriege ich unter einem Dach organisiert, in unterschiedlichen Schulgebäuden bekomme ich das nicht hin.

GRÜNE NRW
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Die Aussagen von Hannelore Kraft sind 1:1 aus unserem Grünen Wahlprogramm übernommen. Danke, SPD!

Moderator
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Frau Kraft, Herr Rüttgers, wir haben versprochen drauf zu achten, dass sie etwa gleiche Zeitkonten haben. Etwa die Hälfte des Duells ist um. Und wir schauen uns ihre Zeitbudgets an. Jürgen Rüttgers führt mit 10 Sekunden Vorsprung, zwölfeinhalb Minuten ist round about jeweils Ihr Konto. Insofern, Unentschieden zur Halbzeit.
Ich will noch beim Thema Schule bleiben: Herr Rüttgers, Stichwort Hauptschule: Selbst ihr Koalitionspartner hat ja Überlegungen die zusammenzulegen, zur regionalen Mittelschule, Sie haben selbst eine Hauptschule in Düsseldorf besucht, 60 Absolventen, ganze fünf von denen haben einen Ausbildungsplatz in der Tasche. Macht es Sinn an einer Schulform festzuhalten wo man bittererweise sagen muss, manche werden einfach nur auf Hartz IV vorbereitet?

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Ich hab viele Hauptschulen besucht. ich war auch in einer Hauptschule in Dortmund-Förde, und dort kam ich rein und da war ein ganz großes Plakat, das stand oben drauf, das hatten die Schülerinnen und Schüler gemacht: "Wir sind kein Rest." Und dieser Satz, wir sind kein Rest, beruht darauf, dass viele in diesem Land in den letzten Jahren rumgelaufen sind und die Hauptschule als Restschule bezeichnet haben. Wir haben heute auf den Hauptschulen noch über 200.000 Kinder, da gibts viele sehr sehr gute Hauptschulen. Natürlich gibt es auch Stadtteile wo es schwierig ist, natürlich gibt es auch Schulen, die große Probleme haben, für die Kinder im Anschluss dran Lehrstellen zu bekommen. Und ich bin sehr bei allen, die genau bei dieser Stelle ansetzen. Wir haben gerade einen großen Versuch im Bündnis für Arbeit beschlossen, zusammen mit Arbeitgebern, mit den Gewerkschaften, mit Handwerkskammern, mit den freien Berufen, die einen Vertrag schließen wollen mit den jungen Leuten, mit der Zusage, wenn sie dann am Schluss der Schule sind auch eine Lehrstelle fest zugesagt bekommen haben. Das sind die Punkte wo man weiter kommen muss. Das sind 200.000 junge Menschen, übrigens genau die Zahl, die wir auch in den Gesamtschulen haben, da kann man nicht sagen, die mach ich einfach zu. Es wird ja auch nicht besser dadurch Herr Schöneborn, wenn sie denen dann sagen, Du bist in Zukunft Realschüler, wir brauchen da eine Praxisorientierte Ausbildung, die diesen Schülerinnen und Schülern besser hilft als das bis heute möglich war.

GRÜNE NRW
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Mal ein bisschen was zum Nachdenken über den Begriff "Einheitsschule": Das ist erstens ein Kampfbegriff - aber interessant ist doch: Die einzige "Einheitsschule", die wir haben, heißt Grundschule. Hier werden alle Kinder gemeinsam unterrichtet. Und diese Schulform ist in internationalen Vergleichsstudien diejenige, die am besten abschneidet.

Moderator
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Aber die Eltern melden ihre Kinder nicht mehr an der Hauptschule an, nehmen wir mal ne ganze Stadt, Sie haben von Stadtteilen gesprochen. Aber die Stadt Duisburg hat 13 Hauptschulen, und hat jetzt Anmeldungen von 140, die könnte man an einer Hauptschule unterbringen. Warum halten Sie an der Hauptschule fest?

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Weil ich einfach nicht will, dass man jetzt eine Schule zur Nicht-Schule erklärt zur Restschule erklärt, sich keine Gedanken darüber macht was mit den Kindern passiert, die kann man nicht einfach zur anderen Schule schicken. Meinen Sie etwa für einen Hauptschüler der jetzt schon Probleme hat eine Lehrstelle zu bekommen wäre etwa dann der Unterricht an der Realschule richtig? Der muss auch da anderen Unterricht machen, die Frage muss aber erst erarbeitet werden, weil das ja liegen geblieben ist. Da hat man in den letzten Jahren die Schule schlecht geredet, man hat nicht investiert. Wir haben jetzt versucht Ganztagsschulen draus' zu machen. Das sind übrigens gerade die Kinder, die zu Hause Keinen haben der ihnen hilft bei den Hausaufgaben - die alleine stehen. Das muss jetzt in der Schule gemacht werden und da sind wir ein großes Stück voran gekommen.

GRÜNE NRW
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Rüttgers zur Hauptschule: Ja, viele machen hervorragende Arbeit. Und trotzdem lehnen die Eltern diese Schulform für ihre Kinder ab. Der Grund ist ganz einfach: Eltern wollen, dass ihre Kinder mindestens den sozialen Stand behalten, den sie selber haben. Ein Kfz-Mechaniker musste vor 30 oder 40 Jahren den Hauptschulabschluss machen, um da ausgebildet zu werden. Sein Sohn muss dafür mindestens den Realschulabschluss haben. Die Eltern spüren, dass ihre Kinder mit einem Hauptschulabschluss einfach keine guten Aussichten haben. Deshalb stimmen sie mit den Füßen ab und melden ihre Kinder an der Gesamtschule an. Sie wollen, dass ihre Kinder so lange wie möglich die Chance auf alle Bildungsabschlüsse haben. Deshalb brauchen wir an allen Schulen gymnasiale Standards. Wir wollen, dass die Städte und Gemeinden das vor Ort gemeinsam mit allen Beteiligten machen können. Und viele Städte und Gemeinden sind schon längst auf dem Weg - einige mit CDU-Bürgermeistern.

Bei Herrn Rüttgers, Schulministerin Sommer und "Innovations"-Minister Pinkwart ist das noch nicht angekommen.

Moderator
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Frau Kraft...

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Ich würde Ihnen, Herr Rüttgers, gerne mal den Besuch einer Gesamtschule in Leverkusen empfehlen. Dort gibt es einen Schulleiter, der hat vorher eine Hauptschule geleitet und hat das auch hervorragend gemacht, wie übrigens die Lehrerinnen und Lehrer der Hauptschule einen sehr guten Job machen. Ich bin ja auch viel im Land unterwegs. Dieser Leiter ist dann zu einer Gesamtschule gewechselt und schafft es in den letzten beiden Jahren, dass über 90% der Kinder mit Hauptschul- und Realschulempfehlung ein Abitur machen können. Das sind Zahlen, die ermutigend sind, die wir brauchen damit es voran geht. Die Eltern stimmen mit den Füßen ab weil sie die Perspektivlosigkeit ihrer Kinder, weil Ihnen das Sogen macht. Und ich kann das nachvollziehen. Wir müssen unseren Kindern mehr Perspektiven geben. Das sind: sichere Beschäftigungsverhältnisse, das ist aber vor allem erstmal eine Ausbildungsgarantie. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, denn ansonsten werden wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht mehr hinbekommen.

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Aber das ist doch kein Grund dafür, deshalb die Realschulen und Gymnasien abzuschaffen. Und auch die Gesamtschulen, die sich gerade loben - ich find das toll!

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Ich will doch gar nichts abschaffen!

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Ja selbstverständlich! Sie wollen sie alle Zusammenlegen und dann sind sie weg!

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Was ist denn daran so schlecht, dass dann unter einem Dach die Übergänge besser funktionieren?

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Weil sie damit eine Konsequenz machen - sie legen alles zusammen und sagen es hätte sich irgendwas gebessert. Es hat sich dadurch überhaupt nichts gebessert. Sie müssen Unterricht besser machen. Sie müssen die individuellen Hilfen besser machen. Sie müssen Schulpsychologen einstellen. Sie müssen mehr Lehrer einstellen. Alles haben Sie versäumt! Jetzt kommen Sie und sagen: "Wir legen zusammen", sagen nicht wie sie es finanzieren wollen. Sie machen zwar Versprechungen - 27 Milliarden Wahlgeschenke und jeder weiss, kein Mensch kann das Bezahlen.

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Herr Rüttgers, wir sind 2005 abgewählt worden, weil wir nicht alles richtig gemacht haben, auch und gerade in der Bildungspolitik. Wir waren nicht mehr mutig genug zugegebenerweise. Wir haben aber die Sprachförderung auf den Weg gebracht, den Ganztag auf den Weg gebracht, wir sind schon ein ganzes Stück vorangekommen, nur jetzt stecken wir fest. Wir stecken fest in einem Schulsystem, in dem die Bildungschancen nach wie vor vom Geldbeutel der Eltern abhängen, und in dem es nicht gelingt, mehr Kinder zu besseren Abschlüssen zu führen. Und das kann in NRW nicht so bleiben.

Moderator
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Ihre unterschiedlichen Positionen sind deutlich geworden...

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Wir stecken überhaupt nicht fest... Wir stecken überhaupt nicht fest! Sondern wir können jetzt weiter Ganztagsschulplätze machen. Wir können weiter die individuelle Förderung, wir können weiter Lernstudios bilden, wir können dafür sorgen, dass die Klassen kleiner werden - wenn wir das alles hinter uns haben und bezahlt haben, können wir darüber diskutieren, ob wir ein anderes System brauchen. Sie machen es nur umgekehrt!

Moderator
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Herr Rüttgers, es ist deutlich geworden, dass sie beide unterschiedliche Systeme wollen. Die Wählersich entscheiden, können abstimmen. Aber es gab ein anderes großes Schulthema des Wahlkampfs 2005, das war der Unterrichtsausfall. Und nichts treibt Eltern, Großeltern mehr um. Jürgen Rüttgers hat damals versprochen, er wolle das ungefähr halbieren - das Schulministerium sagt heute: Wir haben den Unterrichtsausfall halbiert. Frau Kraft, ist das nicht ein Punkt an dem Sie sagen müssen: "OK, zugestanden: Da gratuliere ich!"?

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Nein, sie hatten eine Unterrichtsgarantie versprochen, und die FDP sogar ein Unterrichtssicherungsgesetz. Beides haben wir bis heute nicht. Es gibt eine Verminderung bei der Prozentquote, wir sind nicht auf null. Ich übrigens hab nie geglaubt, dass man auf null kommen kann, ehrlich gesagt, und das auch nicht für sinvoll erachte, aber was heute zunehmen passier ist was ich als Mutter in der Schule eben auch miterlebe, dass die Kinder dort sitzen, der Lehrer ist krank und dann sitzen sie eigenständig in der Klasse und müssen Aufgaben bearbeiten, das nennt sich dann EVA, Eigenverantwortliches Arbeiten. So kommen wir einfach nicht weiter. Wir müssen das tun was möglich ist, aber Sie haben damals sehr großspurige Versprechen gemacht, von denen Sie nichts eingehalten haben.

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Wir haben sie halbiert und wir haben 8.000 Lehrerstellen geschaffen und das können sie nicht wegdiskutieren.

GRÜNE NRW
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Kleine Geschichte zum Unterrichtsausfall: Heute hat der CDU-Fraktionsvorsitzende mit Schülerinnen und Schülern debattiert. Er hat auch von der Halbierung des Unterrichtsausfalls gesprochen. Darauf hin gab es großes Raunen unter den Schülerinnen und Schülern. Einer sagte: "Na, ja: ist das Unterricht, wenn vor uns vier Stunden ein Lehrer rumsitzt und wir machen dürfen, was wir wollen?" Breites Kopfnicken und Zustimmung. Aber dass die Wirklichkeit vor Ort nicht immer mit nackten Zahlen zusammenhängt, hat Herr Rüttgers offensichtlich auch noch nicht gemerkt.

Moderator
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Frau Kraft, die Menschen wünschen sich mehr Verlässlichkeit in der Bildung - am Liebsten würden sie das am Liebsten dem Bund zugestehen diese Kompetenz. Sie möchten jetzt eine wichtige Frage sogar an die Städte und Gemeinden delegieren - nämlich die Frage, ob man ein Abitur nach zwölf oder nach dreizehn Jahren ablegt. Ist das so in Ordnung?

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Ich möchte gern, dass Eltern die Wahlmöglichkeit haben, denn das Turbo-Abitur ist nicht für jedes Kind geeignet, das heißt es muss immer eine Auswahlmöglichkeit geben, das soll bei uns vor Ort entschieden werden, damit die Eltern wissen an dieser Schule ist nacht zwölf Jahren an dieser nach dreizehn Jahren, aber die eigentliche Katastrophe des Turbo-Abiturs ist die Art und Weise wie es umgesetzt worden ist, denn wir wollten damals nur noch zwei Jahre Oberstufe machen, das heißt 10 plus zwei. Sie haben dann umgestellt, als Sie die Regierung übernommen haben auf neun plus drei, so wie es die Bayern machen. Das heißt das eine Jahr, von dem man die Schulstunden umverteilen muss, das kann man jetzt nur noch verteilen von der fünften bis zur neunten Klasse einschliesslich, und nicht mehr von der fünften bis zur zehnten Klasse. Dadurch sind schon die kleineren Kinder in der fünften Klasse mit viel viel Stunden am Tag arbeitend unterwegs. Ich halte das für einen absoluten Wahnsinn und wir hätten natürlich den Ganztag eingeführt, parralel, so wie es auch in Rheinland-Pfalz gemacht worden ist und ein warmes Mittagessen hätte auch noch dazu gehört.

GRÜNE NRW
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Auch hier hat Frau Kraft bei uns abgeguckt (Danke): Wir werden keine Gemeinschaftsschule von oben herab befehlen, sondern gemeinsam mit den Kommunen, den SchülerInnen, den Eltern und den LehrerInnen entwickeln, alle werden mitgenommen.

Moderator
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Aber provozieren Sie nicht Chaos nach Lehrplan, wenn man die Wahlfreiheit lässt?

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Nein, ich glaube, dass die Eltern sehr wohl unterscheiden können, an dieser Schule geht es so, an jener geht es anders, ich halte das nicht für ein Problem. Ich halte das eher für ein Problem wenn wir sagen, grundsätzlich müssen alle G8 machen, also das Turbo-Abitur machen, denn Kinder profitieren auch davon, wenn sie beispielsweise in der elften Klasse mal ins Ausland gehen können, und das wollen wir ja die Internationalisierung, das ist bei G8 faktisch nicht mehr möglich.

GRÜNE NRW
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Thema Turboabi: Auch hier ist die SPD an unserer Seite. Grundsätzlich ist nichts gegen eine kürzere Schulzeit einzuführen. Aber mann muss die Schülerinnen und Schüler entlasten bzw. ihnen die Freiheit lassen, acht oder neun Jahre für das Abitur zu lernen.Das muss in Zukunft möglich sein.

Moderator
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Herr Rüttgers, Ihre Regierung hat Studiengebühren eingeführt. 500 Euro kostet ein Semester, egal ob man Arbeiterkind oder Direktorenkind ist. Ist das gerecht?

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Sie brauchen aber, wenn sie das Geld nicht haben, es nicht zu bezahlen. Sondern sie können dann studieren ohne, die Studiengebühren bezahlen sie erst dann wenn sie im Job sind. Wenn sie keinen Job finden dann bezahlen sie das nicht. Und die Tatschache das wir 14.000 mehr Studienanfänger haben, zeigt ja das das nicht abschreckt.

GRÜNE NRW
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Studiengebühren führen das Sortieren nach Sozialkriterien der CDU-FDP-Regierung aus dem Schulsystem an den Hochschulen fort. Sie schrecken ab, gerade Jugendliche aus sozial schwächeren Familien. Wer möchte schon mit Schulden in sein Berufsleben starten, gerade in den jetzt wirtschaftlich schwierigen Zeiten? Studiengebühren abschaffen bei gleichzeitigem finanziellen Ausgleich der Hochschulen.

Moderator
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Frau Kraft - Sie sagen, sie möchten die Studiengebühren abschaffen. Gilt das auch für die Studiengebühren, die die SPD-Landesregierung seiner Zeit eingeführt hat - das waren ja die ersten für Langzeitstudenten, die nicht fertig werden.

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Wir haben damals Studienkonten eingeführt, die traten sozusagen erst auf, wenn man mehr als 14 Semester studiert hat, die braucht man heute nicht mehr, weil in dem Bachelor/Master System das überhaupt in dieser Weise nicht mehr gehen wird. Ich glaube, dass wir nochmal drauf schauen müssen, wie ist das eigentlich mit den Studienanfängerzahlen wirklich? Natürlich sind die absolut angestiegen, weil jetzt die Geburtenstarken Jahrgänge von der Schule an die Hochschule kommen, aber in Prozent eines Jahrgangs gehen weniger zum Studium, das heißt Studiengebühren schrecken ab. Und ich kenne viele Eltern, auch die, die relativ gute Einkünfte haben. Wenn sie mehrere Kinder haben, die überlegen schon: Drei Kinder, wie krieg ich die alle durchs Studium und sie möchten nicht, dass ihre Kinder das Studium beenden und dann auf Schulden sitzen, denn gleichzeitig kommt ja dann noch die mangelnde Perspektive, die werden dann in die Praktika geschickt, die sind froh, wenn sie dann mal nen Zeitvertrag haben. Alles das passt überhaupt nicht mehr zusammen: Das sind die gleichen jungen Menschen, von denen wir irgendwann mal ganz gerne mehr junge Kinder hätten, damit wir aus dieser demographischen Falle rauskommen. Und da passt Politik nicht zusammen.

Moderator
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Kurz zu meiner Frage zurück: Werden auch die Gebühren für die Langzeitstudenten, die die SPD-Landesregierung eingeführt hat, abgeschafft?

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Ich sag ja, die machen heute gar keinen Sinn mehr, weil die bei Bachelor/Master überhaupt nicht mehr zum Tragen kommen.

GRÜNE NRW
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Sylvias Statement zum Thema "Bildung":

Thema "Finanzen und Wirtschaft"
Moderator
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Kommen wir zum dritten Themenblock: Finanzen und Wirtschaft. Frau Kraft: Gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule - das klingt ja klasse. Aber wie wollen Sie das bei den leeren Kassen überhaupt finanzieren?

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Ich sagte vorhin schon, einen Teil können wir im Haushalt heute schon darstellen. Wir schichten in dem Haushaltsentwurf ungefähr 400 Euro um, davon rund 240 für den Kita Bereich und der Rest für den Schulbereich, für den Aufbau von Ganztag. Also da zeigen wir schon deutlich auch, dass wir die Stellen nicht abgeschafft haben, hätten, von denen Sie reden, das zeigen wir in jedem Haushaltsentwurf. Bei den Kita-Gebühren gehen wir schrittweise vor, vom letzten Kindergartenjahr rückwärts und bei den Studiengebühren können wir das auch nicht auf einmal schaffen, denn ich möchte gerne, dass die Hochschulen das Geld behalten können, denn die brauchen es ganz dringend. Insofern müssen wir auch hier durch Umschichtungen das Geld sozusagen erwirtschaften. Deshalb sagen wir: in 2010 werden wir den ersten Schritt gehen, Abschaffung der Studiengebühren

und wir brauchen bis spätestens Mitte der Legislaturperiode damit wir auf Null sind. Das ist, denke ich, eine faire Ansage, das ist nicht Wolkenkuckucksheim, dafür sind im politischen Spektrum andere zuständig.

GRÜNE NRW
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Die Grüne Lösung für das Finanzproblem im Bildungssystem ist der Bildungssoli. Zwar kann man einiges im Landeshaushalt darstellen, auch die Grüne Landtagsfraktion macht hier regelmäßig gute und durchgerechnete Vorschläge. Um aber alle Probleme zu lösen, wollen wir den Solidarbeitrag Ost in einen Bildungsbeitrag umwandeln. Das sind Milliardenmittel, die so in ein qualitativ hochwertigeres und vor allem zukunftsfähiges und kostenloses Bildungssystem fließen würden!

Moderator
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Aber dann mal konkret: Wenn man umschichtet muss man woanders etwas wegnehmen, wo wollen Sie etwas wegnehmen?

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Wir zeigen in jedem Hauhalt auf ganz unterschiedlichen Positionen, dass wir dort das Geld nicht ausgegeben hätten. Ich nehme mal die über 70 Stellen, die Sie zusätzlich in der Staatskanzlei geschaffen haben, ich nehme mal die Repräsentationskosten und Veranstaltungskosten, die exorbitant angestiegen sind. Se veranstalten auf dem Petersberg einen großen Konvent , der kostet über eine halbe Million Euro, dass sind riesige Kosten pro Teilnehmer, wenn man das mal umrechnet. Und Sie finanzieren nach wie vor – obwohl es anderslautende Gutachten gibt – die Landwirtschaftskammern. Das sind so ganz konkrete Positionen, da würden wir anders mit umgehen. Wir würden klare Schwerpunkte setzen, das haben wir in den letzten fünf Jahren immer getan, wir haben nur umgeschichtet zugunsten von Kindern, Bildung und Familie und das werden wir auch umsetzen.

Moderator
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Ich will Herrn Rüttgers das Gleiche fragen - obwohl wenn ich hochrechne, das ist ein kleiner zweistelliger Millionenbetrag, was sie genannt haben.

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Ich habe ja gerade über rund 400 Millionen Umschichtungen im Haushalt, die wir jedes Jahr vornehmen gesprochen, aber wir machen natürlich auch keinen Hehl daraus, wir sind nicht die Steuersenkungspartei. Sondern wenn hier die 16 Milliarden weitere Steuersenkungen kommen, die Sie ja mit Ihrem Partner in Berlin verabredet haben im Koalitionsvertrag, dann sind das nochmal 1,6 Milliarden weniger für NRW. Dann können wir im Bildungsbereich nicht mehr vorankommen und dann werden unsere Kommunen auch weiter ausbluten.

Moderator
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Ich muss ein bisschen auf ihr Zeitkonto achten - Herr Rüttgers steht vor dem Gleichen Problem: 129 Millarden hat das Land Schulden - gut 6 Milliarden kommen dieses Jahr dazu. Ihr Finanzminister hat schon gesagt: Wir müssen da runter, vom Volumen des Haushalts. Fünf, fünfeinhalb Millarden will er einsparen - die gleiche Frage an Sie: Wo wollen Sie einsparen?

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Schritt für Schritt. Wir werden effizienter werden müssen - wir werden 12.000 Stellen im Landesdienst in den 5 Jahren abbauen. Wir werden uns die Subventionen anschauen müssen, da werden manche Positionen - wenn es ganz gut geht gleichbleiben - es werden welche zurückgehen. Das heisst wir werden einen Konsolidierungskurs bekommen, weil wir die Nettoneuverschuldung herunterfahren müssen. Wegen der Schuldenbremse die aufgrund des Grundgesetzes gilt. Leider hat sich die SPD in NRW verweigert eine eigenständnige Lösung zu finden. Wir werden es trotzdem tun müssen - weil alles andere auch unmoralisch ist. wenn wir das jetzt der nächsten generation einfach übetragen. das sind die neuschulden die wir bekommen haben durch die krise, durch den einbruch in der wirtschaft. das muss so schnell wieder weg, genauso wie wir das schon mal geschafft haben bis 2008.

GRÜNE NRW
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Zum Thema Verschuldung dürfen wir erinnern: Einer der Wahlkampfschlager der CDU in 2005 war die Bekämpfung der Verschuldung. Nun sind CDU und FDP die Rekordschuldenmacher. Und das Ganze trotz Kürzungen im Sozialbereich und einem Raubzug ohnegleichen durch die Kassen der Städte und Gemeinden. Trotz Studiengebühren, trotz 180 Millionen weniger bei der Kinderförderung.

Moderator
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Sie wollen Subventionen streichen, können Sie Beispiele nennen?

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Ich hab' ja gesagt, das wird hauptsächlich im Bereich des Bürokratieabbaus sein. Das wird bei den Stellen sein 12000 Stellen. wir werden bestimmte sachen zusammenlegen müssen etwa im einkaufsbereich des landes nrw - da gibt's noch eine sehr zersplitterte geschichte, das geht über die frage der fortbildungsstätten intern. wir haben ja in dieser legislaturperiode insgesamt 130 behörden aufgelöst, umgebaut und gezeigt das man da weiterkommen kann.

Moderator
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Hinter jeder dieser 12.000 Stelle steckt eine Dienstleistung, die Wähler in Ansprich nehmen. Was fällt weg?

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Das will ich mit den Gewerkschaften, das werde ich mit den Personalräten und den Dienststellenleitern besprechen. Wir werden das verbinden mit einer großen Dienstrechtsreform die moderner ist, die das öffentliche Dienstrecht flexibler macht - das ist Zuständigkeit da liegt eine riesen Chance drin. und wir werden es auch zusammen mit den kommunen machen - weil es sehr viel sinn macht, manche aufgaben direkt an den stellen - an der stelle also bei den kommunen zu machen. glaube hier eine sache - die sich auch da wo wir sie in dieser legislaturperiode schon gemacht hat - auch sehr bewehrt hat, weil sie dann sehr nah bei den menschen ist.

GRÜNE NRW
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Wie wichtig Herrn Rüttgers die Kommunen sind, sollten wir an dieser Stelle nicht verschweigen: Das Land hat unter der schwarz-gelben Landesregierung in den vergangenen Jahren massiv zu Lasten der Städte und Gemeinden gespart oder Lasten ohne entsprechenden Ausgleich verschoben. Allein in den Jahren 2005 bis 2009 hat NRW rund 18 Milliarden Euro Steuern mehr eingenommen als im Vergleichszeitraum 2000 bis 2004 und den Städten und Gemeinden somit über 4 Milliarden Euro vorenthalten. Das Land hat unter anderem den Anteil der Kommunen an der Grunderwerbsteuer gestrichen, dafür beteiligt es aber die Städte und Gemeinden doppelt so hoch an den Krankenhausinvestitionen, und leitet die Bundesbeteiligung an den Kosten des Wohngeldes nicht an die Kommunen durch. Genauso enthält das Land den Kommunen die Kostenbeteiligung des Bundes an den Betriebskosten der U 3 - Betreuungsplätzen vor und es hat die Beteiligung an den Elternbeiträgen für Kindertagesstätten gestrichen. Ferner kommen Kürzungen bei der Schülerbeförderung, der Weiterbil¬dung und in verschiedenen anderen Bereichen der Kommunen hinzu.

Die frustrierende Tagesordnung vieler Kommunen in NRW lautet daher: Theater schließen, Stellen streichen, auch leistungsfähige Beschäftige nicht mehr befördern. In Schulen und Kindertagesstätten können von allen gewollte Investitionen für eine bessere pädagogische Betreuung und zur Senkung der Energiekosten oftmals nicht durchgeführt werden, Sportanlagen verrotten und die Ratsmitglieder trotz intensiver Anstrengungen nicht ansatzweise die Löcher im Haushalt stopfen.

Und einen Rettungsschirm für die Städte und Gemeinden lehnt Herr Rüttgers ab. Stattdessen Steuersenkungen für Hoteliers und Erben im Bundesrat zugestimmt.

Schwarz-Gelb ist die kommunalfeindlichste Regierung, die es bisher gegeben hat.

Moderator
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Gibt es eine Dienstleistung, von der ich als Wähler weiß: Wenn ich Ihnen meine Stimme gebe, dann gibt's die nicht mehr. Dann fällt die weg?

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Ja das ist - das habe ich ihnen gerade gesagt. Wir haben zum Beispiel in dieser legislaturperiode bei den forstämtern die anzahl verkleinert. wir haben die versorgungsverwaltung kommunalisiert und so werden wir mit einer aufgabenkritik diesen prozess weiter gehen. weil es ja die einzige chance geld zu bekommen das wir dann in zukunft investieren können. in vier neue hochschulen, in - wie wir das gemacht haben - in weiter kindergartenplätze und ähnliches. das ist der einzige weg den man da hat.

Moderator
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Sie haben die Kommunen gerade schon angesprochen, Herr Rüttgers. Die können vielerorts ihre Schlaglöcher nicht mehr reparieren, Busfahrpläne werden zusammengestrichen, die Müllgebühren steigen dafür, die Kita-Gebühren steigen. Sie haben gesagt, das Land hat auch kein Geld. Lassen Sie die Kommunen hängen?

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das ist ja wahr. das land hat auch kein geld. und übrigens auch der bund macht riesen schulden. wir sind ja gottseidank am freitag einen ganz ganz großen schritt mit den kommunen vorangekommen. gerade übrigens mit den großen städten die es sehr schwer haben. wir haben uns auf ein gemeinsames konzept, auch für die verhandlungen die jetzt laufen in berlin, verständigt. und wir haben von seitens des landes zugesagt, das wir zinshilfen geben wollen, damit der druck der schulden die da ist sinkt und zwar in dreistelliger millionenhöhe. und ich bin sehr froh das etwa die oberbürgermeisterin von mülheim / mühlenfeld (?) die vorsitzende dieser gruppen war, mit der wir geredet haben, das sehr sehr begrüßt hat. wir sind in gesprächen mit den kommunalen spitzenverbänden und jetzt kommt die nächste phase, jetzt brauchen wir eine zusage von berlin sich auch zu beteiligen. und wir brauchen strukturelle änderungen, weil das verschieben dieser schulden - irgendwo in die zukunft, das die nächste generation bezahlt ist ja keine lösung - verschieben macht überhaupt keinen sinn. da müssen gesetze geändert werden, kosten der unterkunft, eingliederungshilfen ist ein thema, hilfen bei der pflege ist ein thema, wo wir dann mit berlin - das sind bundesgesetze - verhindern wollen das die kosten unmittelbar in die kommunalenhaushalte durchschlagen, wie es heute ist.

GRÜNE NRW
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Kommunalfinanzen sind DAS Thema des Landtagswahlkampf. Hier merken wir alle, dass Schulen bröckeln, Schwimmbäder dicht machen, Theater schließen und Straßen unbefahrbar sind. Genau hier muss das Land endlich helfen - zumal CDU und FDP den Kommunen mehrere Milliarden vorenthalten. Auch durch die Mitwirkung der Landesregierung an der Bundesgesetzgebung gehen den Kommunen Millionen verloren, durch das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Und die Verlagerung von Aufgaben vom Land auf die Kommunen entstehen zusätzliche Löcher. Also: Die Kommunen brauchen wieder mehr Geld und dringend eine Altschuldenhilfe, in Form eines Altschuldenfonds.

Moderator
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Frau Kraft, das klingt so als habe Herr Schäuble ein weiches Herz und werde die Kommunen retten?

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Das wäre schön, wenn das so wäre, die SPD Fraktion im Bundestag hat einen Rettungsschirm für die Kommunen vorgelegt, und es macht nicht den Anschein, dass die CDU dem zustimmen wird. Ich mache mir große Sorgen um die Kommunen im Land, denn die Schließung von Theatern, von Jugendheimen, von Büchereien – ich bezeichne das immer als vorsorgende Leistung. Dort vor Ort entscheidet sich, ob unsere Gesellschaft zusammen hält. Das muss vor Ort organisiert werden, ob Integration gelingt, dass entscheidet sich in unseren Städten und Gemeinden. Sie haben den Städten und Gemeinden in unserem Land in den letzten fünf Jahren 3,1 Mrd. Euro abgenommen, bzw. sie mit Aufgaben zusätzlich belastet, wo Sie das Geld nicht mitgegeben haben. Sie haben Verfassungsgerichtsurteile halb ignoriert, wo alleine noch 900 Millionen ausstehen, die den Kommunen zustehen laut dem Urteil – das würden die Kommunen zunächst erstmal gerne von Ihnen sehen. Und wir haben Ihnen vor anderthalb Jahren schon einen Vorschlag vorgelegt, wie man mit den Schulden der Kommunen umgehen kann, nämlich den Stärkungspackt Stadtfinanzen. Man kann es beschreiben als eine Art Bad Bankfür Kommunen, denn ich glaube: Kommunen sind systemrelevant. Ich würde aber gerne noch auf einen Punkt eingehen, weil es glaube ich wichtig ist für die vielen Menschen, die in diesem Land im öffentlichen Dienst tätig sind. Die 12 000 Stellen, Sagen Sie doch in welchen Bereichen de gestrichen werden sollen. Sie dagen immer Schule nicht, Hochschule nicht, Polizei nicht und Justiz nicht, das sind die großen Haushalte. Jetzt haben Sie auch noch eine Absicherung gegeben – entgegen der letzten Wahl für die Bezirksregierung. Darüber hinaus haben wir noch knapp 17000 Stellen im land. Dann möchte ich von ihnen gerne wissen, und das wolles sicherlich auch die Wählerinnen und Wähler, wo die Stellen dann gestrichen werden sollen.

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wir werden es genauso machen wie wir es in den fünf jahren gemacht haben. da haben wir insgesamt 13.000 stellen abgebaut - sozialverträglich abgebaut - haben gleichzeitig 8000 dazu eingestellt, deshalb ist das im saldo weniger. das werden wir jetzt nicht mehr tun können - 8000 zusätzliche lehrerstellen einbauen, aber wir werden den selben bereich machen. wir haben zum beispiel wenn wir alleine die KW-stellen, sie was das ist - das sind die stellen die heute schon identifiziert sind das sie wegfallen sollen - teilweise noch von ihrer regierung, nur nicht umgesetzt - sind das alleine schon 7000 stellen die dadurch schon identifiziert sind. das sind zum beispiel konkret diejenigen - die betroffenen wissen um welche stellen es geht.

Thema "Energie"
Moderator
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Kommen wir zum Thema Energie, würde ich vorschlagen: Das Thema Steinkohle liegt Ihnen am Herzen, Frau Kraft. Sie haben gesagt,dass Sie den Steinkohlenbergbau erhalten wollen, obwohl er am Weltmarktpreis nicht mithalten kann und obwohl er umwelttechnologisch nicht gut ist.

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Die Energieweltmarktpreise müssen wir im Blick behalten, deshalbt gibts ja eine Revisionsklausel beim Ausstieg aus der Steinkohle, ich glaube wir können zuversichtlich dahin schauen. Ich gehe davon aus, wenn die Konjunktur wieder anspringt werden auch die Energiepreise anziehen. Und dann wird man sehen wie Wettbewerbsfähig unsere Kohle ist. Für mich ist das ein Akt der Vernunft an der Steinkohle festzuhalten, denn es ist unsere versicherung für die Risiken auf den Weltenergiemärkten. Es hat ja schonmal eine Situation stattgefunden wo uns der Gashahn abgedreht worden ist. Wir haben dort unten noch Vorräte für über hundert Jahre liegen und ich möchte ganz gerne, dass wir den Zugang zu den Lagerstätten offen halten, denn wenn wir den ganz schliessen, brauchen wir zehn Jahre um wieder das erste Stückchen Kohle da unten rausholen zu können. Ich halte das für fahrlässig und der zweite Punkt ist, wir sind Weltmarktführer in Bergbautechnologie aus NRW heraus uns ich bin überhaupt nicht bereit das irgendjemandem auf dem Silbertablett zu servieren.

GRÜNE NRW
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Hier zeichnet sich der größte Dissens zwischen SPD und Grünen ab: Das Festhalten der SPD an einer Uralttechnologie, der Kohle. Kohle ist keine Industrie der Zukunft, sie ist in Deutschland zu teuer und vor allem klimaschädlich. Wir sind der Meinung, mit unserem Green New Deal für NRW in kurzer Zeit von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare umsteigen zu können. So können wir NRW zu einem Musterland einer ökologischen industriellen Revolution machen.

Moderator
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Aber da stecken Milliarden an Subventionen jedes Jahr drin!

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Ja aber aus NRW Sicht muss man doch klar sagen, das sind milliarden die hier nach nrw fließen - übrigens fallen die weiterhin an. auch wenn die fdp immer versucht den eindruck zu erwecken - würden wir heute aus der steinkohle aussteigen, würde es uns kein geld mehr kosten - ist das ja falsch. weil es sehr hohe ewigkeitslasten gibt. das ruhrgebiet beispielsweise das muss dauernd gepumpt werden, ansonsten würden wir so langsam absaufen. und das sind die kosten die sowieso anfallen werden - das heisst: es lohnt sich den zugang offen zu halten. denn das ist versicherung gegen die risiken an den weltenergiemärkten.

Moderator
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Herr Rüttgers, Ihre Position dazu?

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Ich habe mit Peer Steinbrück, meinem Vorgänger, diese Verhandlungen geführt. wir haben uns verständigt darauf, dass Nordrheinwestfalen bis 2014 aus den Kohlesubventionen aussteigt, das wird auch so kommen, das ist auch richtig. Wir haben viel zu wenig Geld gehabt um in Zukunftsindustrien zu investieren und deshalb musste die Entscheidung getroffen werden. Sie macht auch übrigens Sinn. Sie macht auch Sinn, weil sich das Unternehmen inzwischen darauf eingestellt hat. Alles das findet sozialverträglich statt und die Bergbau-Zulieferindustrie hat heute bereits eine Exportquote von über 80%, wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe, das heißt sie ist Wettbewerbsfähig auf den Märkten. Viel mehr find ich spannend dass ihr Wunschkoalitionspartner, die Grünen, gerade erklärt hat, dass sie aus der Steinkohle nicht aussteigen wollen, aber die wollen aus der Braunkohle aussteigen, was übrigens zeigt, dass das nichts anders als ziemlich konfus ist, sie werden auch keinen Partner finden. Peer Steinbrück und ich haben da einen guten Vertrag gemacht.

GRÜNE NRW
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Zwischenfazit von Sylvia Löhrmann: Kraft hat die Nase vorn, weil sie für ein anderes Gesellschaftsmodell steht. Und das auch mit konkreten Beispielen unterlegt. Arbeitsmarkt, Mindestlohn, Schulpolitik und kommunale Finanzen. Rüttgers versucht mit Versatzstücken seines Programms und Zahlenspielen über die Runden zu kommen. In einem hat er allerdings recht: Wenn es um die Subvention der Steinkohleförderung geht. Insgesamt hat Rüttgers keinen Zukunftsplan für NRW.

GRÜNE NRW
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Sylvias Statement zum Thema "Finanzen":

Thema "Koalitionen"
Moderator
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Wir sind auf der Schlussgeraden. Diesmal gibt es, wenn wir auf unser Zeitkonto blicken, einen leichten Vorsprung für die Herausforderin, Hannelore Kraft mit gut 30 Sekunden Vorsprung.
Herr Rüttgers, Sie haben mehrfach gesagt, Sie können das Gerede über mögliche und unmögliche Koalitionen nicht mehr hören, das interessiert die Leute nicht. Unser Eindruck ist, auch durch Umfragen belegt: Immer mehr Menschen orientieren sich bei Wahlen auch nach der Frage, welche Koalition sie möglicherweise wählen und welche nicht. Wie stehen Sie grundsätzlich dazu? Finden Sie, eine Partei/ein Spitzenkandidat sollte vor der Wahl klipp und klar sagen, mit denen mach ich es und mit denen nicht. Oder finden Sie, das muss man nicht sagen?

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Ich bin dafür, dass man sagt was man will. Ich möchte die jetzige Koalition fortsetzen, sie war sehr sehr erfolgreich. Und sonst möchte ich über Inhalte reden. Ich möchte über die Zukunft von Nordrhein-Westfalen reden, weil in diesem Wahlkampf die Auseinandersetzung über Inhalte sehr schwach ausgeprägt ist, dass sie zu kurz kommt, und dass sie überdeckt wird durch Koalitionsdebatten, wer mit wem und was. Und das find ich eine Sache, die schade ist in einem Wahlkampf.

Moderator
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Dann haben Sie die gleiche Position wie Frau Kraft, die sagt "Rot-Grün ist meine Lieblingsoption, ansonsten möchte ich über Inhalte reden".

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Das akzeptiere ich. Frau Kraft muss nur noch beantworten, wie Sie es mit extremistischen Parteien hält und extremistischen Parteien heisst im konkreten Fall, mit der Linkspartei, die nach den Umfragen, nach den meisten Umfragen, in den Landtag von Nordrhein-Westfalen kommt und wo ich glaube, man klar sagen muss, dass man sich nicht mit Extremististen abgibt, das war immer mal Konsenz der Demokraten, der dazu geführt hat, dass Radikale und Extremisten nicht in die Parlamente kamen.

Moderator
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Frau Kraft, ein Tag, zwei Zeitungen, zwei Überschriften: Die Rheinische Post schrieb am vergangen Freitag "Gabriel schließt Rot-Rot-Grün aus", die Westfälischen Nachrichten titeln am gleichen Tag "Kraft hält sich rot-rot-grünes Bündnis offen". Wer hat denn nun Recht?

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Wir haben die gleich Position seit vielen Wochen und Monaten. Erstens: Wir wollen gewinnen, wie wollen vorne liegen. Zweitens, unser Ziel ist es die Linkspartei unter fünf Prozent zu halten und dafür suchen wir die Auseinandersetzung und nicht die Zusammenarbeit, und das ist die Linie, die wir seit vielen vielen Monaten schon haben. Und im Übrigen, Herr Rüttgers, wenn Sie davon sprechen, dass das Extremisten sind, die Linken, dann empfehle ich doch mal mit ihren Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu reden, die zum Teil ja mit denen zusammenarbeiten und sich auch von denen wählen zu lassen. Also da muss man schon eine durchgängige Linie haben, das ist wenig glaubwürdig.

Moderator
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Frau Kraft, Sie sind dieser frage bislang jedes mal ausgewichen: Wenn rot-grün jetzt nicht reichen sollte für eine Regierungsmacht, was machen Sie dann? Ja oder nein, gehen Sie mit den Linken?

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Wir kämpfen für rot-grün, das ist unser Ziel, damit können wir die Ziele, die wir erreichen wollen, und dafür kämpfen wir. Und die letzten Umfragen zeigen ja, dass es gelingt die Linken unter fünf Prozent zu halten. Wir machen eine gute Politik für soziale Gerechtigkeit, für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und deshalb wird uns das am Ende gelingen.

Moderator
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Es sitzen Zuschauer zu Hause, die haben mit der SPD dann ein Problem, wenn sie am Ende doch mit der Linken koalieren könnte. Da Sie es jetzt auch wieder nicht deutlich ausgeschlossen haben: Was sollen diese Wähler machen? Im Zweifel lieber zu Hause bleiben?

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Ich sag doch, sie sind nicht regierungs- und koalitionsfähig. Wer sich damit beschäftigt hat, mit dem Programm, wer sich mit dem Programm beschäftigt hat, mit denen die dort Politik machen, die erkennen, dass sie nicht regierungs- und koalitionsfähig sind, und gehen Sie davon aus, ich werde dieses Land verantwortlich regieren.

Moderator
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Sie haben also keine Sorge, dass SPD-Wähler, die vielleicht die SPD gerne wählen würden zu Hause bleiben, weil sie Sorge haben, dass sie doch mit der Linken koalieren?

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Ich glaub, dass sie mich gut verstehen.

GRÜNE NRW
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Die ewige Frage: Wie hält es die SPD mit der Linken? Gute Antwort, der wir uns anschließen: Die Linke ist nicht wählbar. Wer eine soziale und ökologische Erneuerung des Landes will, muss Grün wählen. Denn nur dann wird es eine rot-grüne Koalition mit einem starken Grünen Anteil geben. Nur mit starken Grünen lässt sich auch die Große Koalition verhindern, die Stillstand und Rückschritt für NRW bedeuten würden - die im übrigen unerwähnt bleibt!

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und ich bin mir sicher das sie wieder nicht ausgeschlossen hat das sie sich von der linkspartei wählen lässt. dulden lässt also alles wieder offen gelassen hat. Alles wieder offen. genauso wie sie das ja in der vorige woche als sie im ZDF "nein" gesagt haben. das direkt wieder am am tag danauch wieder haben dementieren lassen. frau kraft wer soll ihnen eigentlich ihre aussagen glauben? wenn sie nur auf ein nein - das dementi hinterher schicken. das ist nun wirklich eine sache die so klar ist das sie sich diese Tür auflassen - das jeder weiss, welches risiko er eingeht.

Moderator
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Wie weit offen steht Ihre Tür zu GRÜN?

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Ich - möchte nicht mit den GRÜNEN koalieren.

GRÜNE NRW
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"Ich möchte nicht mit den Grünen koalieren". Lässt er da nicht Schwarz-Grün genauso offen, wie Frau Kraft eine Koalition mit der Linkspartei? Am besten, es reicht für rot-grün. Dann brauch sich Herr Rüttgers keine Gedanken machen, dass er vielleicht eine Koalition machen muss, die er nicht "möchte" - was übrigens auch für die von den beiden totgeschwiegene Option einer Großen Koalition gilt.

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Das ist auch keine Klarheit Herr Rüttgers!

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ja aber ich hab nur das problem oder nicht das problem, wie sie - mit - mich abgrenzen zu müssen zu einer extremistischen partei. weil die grünen eine demokratische partei sind. ich möchte mit der fdp die arbeit fortsetzen.

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Aber eins erkennen doch auch die WählerInnen und Wähler: Sie reden die ganze Zeit über die Linke, Sie reden sie in den Landtag rein, weil das Ihre einzige Machtoption ist. Das ist eine perfide Machtstrategie, die den Wählerinnen und Wählern sehr wohl bekannt ist bzw. ihnen deutlich wird.

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das weise ich ausdrücklich zurück. ich finde es auch nicht okay, was sie gerade machen. weil, wir haben darüber geredet und ich hab es ihnen angeboten - das wir hingehen und gemeinsam gegen die linken kämpfen. das wir keinen zweifel lassen, das die linken nicht im spektrum der demokratischen parteien sind. und wenn wir das machen, dann halten wir sie auch raus. wenn sie reinkommen ist es auch ihre schuld, weil sie immer unklarheit an der stelle gelassen haben. wie in der vergangenen woche, als sie ein klares wort gesagt haben und am tag danach wieder dementiert haben...

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Vielleicht schauen Sie sich das bei Illner nochmal im Original an!

Moderator
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Herr Rüttgers, viele Menschen hat im Wahlkampf die sog. Sponsoring-Affäre beschäftigt. Ihre Partei hatte Gespräche mit Ihnen gegen Geld angeboten. Sie haben gesagt, das sei ein Fehler gewesen. Sie haben den Generalsekretär entlassen. Wie sehr, glauben Sie, hat diese Affäre dem Ansehen der Politik geschadet?

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ein ministerpräsident von nrw ist nicht käuflich. das galt für johannes rau. das galt für wolfgang clement. das galt für peer steinbrück. und da gilt auch für mich.

Moderator
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Frau Kraft, auch Ihre Partei hat Parteitage sponsorn lassen von Unternehmen. Die gleiche Frage: Viele Menschen glauben, dass Parteien käuflich sind. Wie sehr schadet das dem Ansehen der Politik?

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Es ging bei diesem Skandal nicht um Sponsoring, sondern da stehen die Unternehmen, klar erkennbar, wir können offenlegen, was dort bezahlt worden ist für die Stände. Das bewegt sich im üblichen Rahmen, zumindestens bei uns auf den Parteitagen. Ich habe zur Erkenntnis nehmen dürfen, dass bei ihren Zukunftskonventen Sie dabei auch noch Gewinne machen. Es ging aber im Kern um die Frage, dass der Ministerpräsident Gespräche gegen Geld anbietet. Und das ist die besondere Diskussion und der besondere Punkt, und da glauben Ihnen die Wählerinnen und Wähler nicht.

GRÜNE NRW
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Sehr schön, dass nun endlich auch mal der Ministerpräsident Stellung zur Sponsoringaffäre beziehen muss. Und schön auch, dass Frau Kraft ganz sachlich und ruhig auf die vorhandenen Defizite des Ministerpräsidenten hinweist. Hier hat die CDU, wie ständig neue Enthüllungen zeigen, arge Probleme - und glaubwürdig sind ihre Dementis nicht.

Thema "Showdown"
Moderator
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Bevor wir zu den Schlussstatements kommen, wo Sie beide noch mal Gelegenheit haben, Ihre Argumente vorzutragen, noch mal genau zu sagen, warum die Wählerinnen und Wähler Sie wählen sollen, würde mich interessieren, was eigentlich am 9.Mai zur Wahl steht: Ist es das Land NRW oder ist es die Zukunft des schwarz-gelben Regierungsbündnisses in Berlin?

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für mich steht die zukunft des landes nrw zur wahl. das ist es - wo es bei einer landtagswahl drum geht. das ist das was mir auch am herzen liegt. deshalb finde ich es ungeheuer wichtig, das klar ist, das wir hier stabile verhältnisse bekommen. was übrigens vorraussetzung dafür ist, das nrw einfluss in berlin hat.

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Es geht am 9. Mai auch um eine Richtungsentscheidung. Es geht um die Frage stoppen wir den Weg in die Dumpinglohngesellschaft, stoppen wir den Weg zu immer mehr unsicherer Beschäftigung? Es geht nicht zuletzt um die Frage, wollen wir in der Gesellschaft zusammen bleiben? Und da geht es um unsere...unsere Sozialversicherungssysteme, bleiben wir solidarisch? Und da geht es auch um die Kopfpauschale, denn die Wählerinnen und Wähler wissen, wenn wir gewinnen bei der Landtagswahl, dann werden wir über den Bundesrat diese unsoziale Kopfpauschale stoppen. Das ist mir eine Herzensangelegenheit. denn gerade die Älteren werden davon betroffen sein. Sie werden zu Bittstellern und sie werden die Kosten am Ende nicht mehr tragen können, und gerade diejenigen die Vorerkrankungen haben oder die chronisch krank sind, das sind die Leittragenden einer Entsolidarisierung unserer Krankenversicherung.

GRÜNE NRW
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Auch uns geht um NRW - und um die Bundesrepublik. Am 9. Mai entscheidet sich, ob Deutschland an der Atomenergie, an einer gefährlichen, unkontrollierbaren und unverantwortlichen Technologie festhält oder sich in Richtung einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft weiterentwickelt.

Moderator
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Kurz vor Ende unserer Sendung sind Ihre Zeitkonten ausgeglichen, politische Positionen sind deutlich geworden. Sie haben, so ist es guter Brauch bei solchen Duellen, jetzt beide die Gelegenheit zum Schluss ein Wort an Ihre Wählerinnen und Wähler und die, die Sie noch überzeugen wollen, zu richten. Es ist verabredet, dass Frau Kraft beginnt.

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liebe bürgerinnen und bürger. ich möchte gern das nrw wieder erfolgreicher, gerechter und sozialer wird. und das heisst für mich - wir fangen bei den kindern an, wir dürfen kein kind zurücklassen. deshalb müssen wir die eltern früher und gezielter unterstützen. dafür brauchen wir handlungsfähige kommunen und eine veränderung des bildungssystems, damit bildung nicht mehr vom geldbeutel der eltern abhängt. und ganz wichtig ist für uns das wir auf dem arbeitsmarkt wieder zu sicheren arbeitsverhältnissen zurückkommen. wir müssen weg aus dem weg in die dumpinglohngesellschaft - denn das führt uns weder wirtschaftlich zum erfolg und auf der anderen seite schadet es dem sozialen zusammenhalt. das sind klar entscheidungen die zur wahl stehen. wollen sie das "wir" in der gesellschaft stärken oder sind sie für die ellbogengesellschaft. ich glaube nrw hat hier eine klare entscheidung am 9. mai. ich baue auf die solidarische mehrheit in diesem land. die vielen menschen die ehrenamtlich tätig sind - in vereinen, verbänden und auch in den kirchen. alle die wollen das wir zusammen bleiben, das die ellbogengesellschaft sich nicht durchsetzt, das das "ich" nicht im mittelpunkt steht, sondern der mensch im mittelpunkt von politik steht. dafür trete ich ein, am 9. mai und bitte um ihre stimme. zwei stimmen für die spd. danke.

GRÜNE NRW
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Wir sind natürlich nicht einverstanden mit dem Schlussstatement von Frau Kraft. Mindestens die Zweitstimme muss an uns Grüne gehen. Denn die SPD braucht ein Korrektiv an ihrer Seite. Sie braucht immer wieder die Erinnerung, dass auch ein Industrieland wie NRW sich in eine ökologisch sinnvolle Richtung entwickeln kann und muss.

Moderator
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Herr Rüttgers, es ist Ihr Part.

GRÜNE NRW
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Nun das "große" Schlusswort von Rüttgers: Wetten, dass er das auswendig gelernt hat?
Arbeitsplätze sicher? Ja, sicher unter dem, was man zum Leben braucht.
Sozialen Aufstieg in Schulen weiter ermöglichen? Diesen Aufstieg haben CDU und FDP gerade blockiert mit ihrem Turbo-Abitur.
Ansonsten ziemlich nichtssagend. Jetzt sollen die Nordrhein-Westfalen schon wegen der Griechenland-Krise Rüttgers wählen. Dazu nur eine kleine Bemerkung: Rüttgers hat echt Glück, dass die Krise in Griechenland ist und nicht in Rumänien.

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NRW ist ein wunderschönes land. nrw ist ein starkes land. nrw ist ein land, das große chancen hat. wir sind in den vergangenen 5 jahren einen wichtigen, einen große schritt voran gekommen. nrw muss stabil bleiben. es muss weiter aufwärtsgehen. sie haben jetzt die wahl - sie können dazu beitragen, das dieser zukunftsweg weiter geht. sie können dazu beitragen, das wir durch diese krise gut hindurchkommen. angesichts der situation in griechenland stehen in den nächsten wochen und monaten schwierige entscheidungen an. da braucht es stabilität und sicherheit. da braucht es erfahrung und kompetenz. sie haben die wahl, sie können entscheiden ob unsere schulen auch in zukunft sozialen ausftieg möglich machen. sie können entscheiden on unsere schulen jedem kind eine chance geben. sie können entscheiden das die arbeitsplätze, auch in zukunft, sicher sind. nrw braucht ihre hilfe, braucht ihre unterstützung, braucht ihr engagement. ich bitte sie herzlich um ihre stimme.

Moderator
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Ich bedanke mich sehr herzlich, das war das Duell, das war Ihre Chance, die beiden Kandidatinnen und Kandidaten näher kennen zu lernen, die das Land führen wollen. Aber zu einer Wahlentscheidung gehört mehr. Es gibt insgesamt fünf Parteien, die Chancen haben in den nächsten Landtag einzuziehen. Deren Spitzenkandidaten, inklusive der beiden, die heute Abend hier waren, sehen wir wieder am Mittwochabend, Viertel nach Acht im WDR-Fernsehen in der WDR-Wahlarena, live aus Mönchengladbach. Ihnen herzlichen Dank und guten Abend aus Köln.

GRÜNE NRW
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Sylvias Abschluss-Statement: